Kobylinski, Alexander: Der verratene Verräter. Wolfgang Schnur

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Verkaufspreis19,95 €

Beschreibung

Alexander Kobylinski
Der verratene Verräter
Wolfgang Schnur: Bürgerrechtsanwalt und Spitzenspitzel

392 S., KlBr., 135 x 210 mm, mit s/w-Abb.
ISBN 978-3-95462-438-6

Erschienen: März 2015

 

Ein spannender Bericht über den Mann, der für die Stasi fast die letzte DDR-Volkskammerwahl 1990 gewonnen hätte – 25 Jahre Karriere in der Kirche und beim MfS

Kaum ein Protagonist der Umbruchszeit 1989/90 polarisiert bis heute so wie Wolfgang Schnur. Als Anwalt arbeitet Schnur (1944–2016) in der DDR als Rechtsbeistand für Bürgerrechtler und Wehrdienstverweigerer. Nicht wenige sehen den Mitbegründer und Vorsitzenden des Demokratischen Aufbruchs als kommenden Wahlsieger bei den Volkskammerwahlen im März 1990 und damit als künftigen DDR-Ministerpräsidenten. Doch kurz vor der Wahl wird bekannt, dass Schnur seit den 1960er Jahren für die Stasi tätig war. Es beginnt ein langer Absturz mit dem Entzug der Anwaltszulassung 1993 und diversen Verurteilungen.
Alexander Kobylinski, einst selbst Mandant von Schnur, folgt dessen Lebenslauf von der Jugend im Nachkriegsdeutschland, der Ausbildung zum Rechtsanwalt, seiner Anwerbung durch das MfS und der Tätigkeit als Spitzel bis zur Enttarnung 1990. Kobylinski zeigt, wie Schnur mit viel Geduld, aber äußerst zielstrebig vom MfS aufgebaut wurde und schließlich zu einer wichtigen Person in der Bürgerbewegung wurde. Und er lässt die »Einbrüche« in Schnurs Karriere erst richtig verstehen.

Autor

Alexander Kobylinski, geb. 1964 in Erfurt, 1984/85 wegen »staatsfeindlicher Aktivitäten« in Haft. In Göttingen und an der FU Berlin studierte er Germanistik, Philosophie und Soziologie. Ab 1994 Arbeit als Fernsehjournalist beim rbb. Ab 2004 viele Jahre Autor beim ARD-Magazin »Kontraste«. Seit 2012 freier Autor.

Pressestimmen

»Packend wie ein Agentenroman.«
Isabel Fannrich-Lautenschläger, Deutschlandfunk, 18. Mai 2015

»Der Journalist Alexander Kobylinski hat ein Buch über Wolfgang Schnur geschrieben. Bei seiner Recherche hat er in der Stasiunterlagenbehörde 41 Ordner zu je 300 Seiten gesichtet und mit Dutzenden Zeitzeugen gesprochen, querbeet durch die seltsame Gemengelage von Spitzeln und Dissidenten und Verfolgern.«
Sven Goldmann, Der Tagesspiegel, 14. März 2015

»Viel gelobt für sein neues Buch, das ein wichtiges Kapitel der DDR-Geschichte aufarbeitet. Wichtig für die Bürgerrechtler, die Hintergründe ihrer Geschichte erzählt bekommen und wichtig für alle, die sich tiefen Einblick wünschen in den Repressionsapparat, die Mechanismen, mit denen Stasi und SED-Führung gearbeitet haben, um Oppositionelle in der DDR zu unterdrücken.«
Ellen Schweda, MDR Figaro, 8. Oktober 2015

»Das Buch […] gibt Einblick in die Seelenlage des Spitzenspitzels, versucht zu erkunden, warum er Menschen, die sich ihm anvertrauen, an die Stasi verriet und wie es ihm immer wieder gelang, in der DDR erfolgreich zu sein.«
Dr. Paul Pasch, Neue Züricher Zeitung, 24. November 2015

»Aktenauszüge, Dokumente und Interviewsequenzen werden hier innovativ miteinander verknüpft und führen den Leser gut an das Thema heran.«
Christian Halbrock, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, November 2015

»Über Nacht wurde aus dem vermeintlichen Hoffnungsträger „der verratene Verräter“, ein tragisches, auch psychologisch aufschlussreiches Leben, das Alexander Kobylinski nachzeichnet.«
Gerhard Besier, Sächsische Zeitung, 13. Oktober 2015

»Beeindruckende Darstellung von Wesen und Wirken der Staatssicherheit der DDR.«
Alexander Rosenstock, ekz Bibliotheksservice, 27. April 2015

»Das flüssig und spannend geschriebene Buch ist allen am Wirken der Stasi irgendwie Interessierten wärmstens zur Lektüre empfohlen.«
Gerold Hildebrand, Gerbergasse 18, Ausgabe 3/2015

»Was Alexander Kobylinski nach Gesprächen mit Schnur und akribischem Aktenstudium zu Papier gebracht hat, ist alles andere als leicht verdauliche Kost.«
neues deutschland, 11. März 2015