Bley, Clemens (Hg.): Kayserlich - frey - weltlich

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Verkaufspreis26,00 €

BESCHREIBUNG

Clemens Bley (Hg.)
Kayserlich – frey – weltlich
Das Reichsstift Quedlinburg im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit
Unter Mitarbeit von Werner Freitag
Studien zur Landesgeschichte, Bd. 21

264 S., geb., mit s/w-Abb.
ISBN 978-3-89812-628-1

 

Das Reichsstift Quedlinburg im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit

Bis zu seiner Säkularisation im Jahre 1803 galt Quedlinburg als das vornehmste Damenstift im Heiligen Römischen Reich und war bis dahin eng mit dessen Geschicken verbunden. Nur einer Handvoll adeliger Damenstifte war es im Hochmittelalter gelungen, die Reichsstandschaft zu erringen. Einzig hier konnten Frauen kraft ihres Amtes als Äbtissinnen dieser Reichsstifte über Land und Leute Herrschaft ausüben. Zu ihnen gehörte auch das Reichsstift Quedlinburg.
Seine Beziehungen zu Reich und Region im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit bilden einen Schwerpunkt des Buches. Beides hat bisher nur geringe Beachtung erfahren. Aber eine Geschichte des Alten Reiches zu schreiben, ist schwerlich möglich, ohne die kleinen und mindermächtigen Reichsstände zu berücksichtigen. Überwogen sie doch bei weitem.
Neben den Beziehungen zu Reich und Region liegt ein weiterer Schwerpunkt auf den inneren Verhältnissen des Reichsstifts Quedlinburg. Der Blick richtet sich hierbei auf Herrschaftsgefüge und -träger, Repräsentation sowie höheres Bildungswesen und Verwaltung. Dazu gehört auch ein umfangreicher Anhang zu den Stiftsdamen in nachreformatorischer Zeit sowie eine Auflistung der leitenden Beamten der Abtei im Zeitraum 1575 bis 1750.
Das Reichsstift Quedlinburg wurde 936 von Otto dem Großem und seiner Mutter Mathilde als ottonisches Familienstift gegründet. Es diente vornehmlich dem Gebetsgedenken der ottonischen Familie, der Erziehung und Ausbildung von Töchtern des Hochadels sowie deren standesgemäßen Unterbringung und Versorgung. Das Stift Quedlinburg war kein Kloster. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts sprechen die Quellen von einem weltlichen Stift (ecclesia saecularis). Seine Stellung als Reichsfürstentum brachte es seit dem 14. Jahrhundert mit der Bezeichnung als freies Reichsstift zum Ausdruck. Nach der Reformation war für das nun evangelische Stift die Nähe zum Kaiser überlebenswichtig. Diese Nähe betonend, aber wohl auch als Verweis auf die kaiserliche Gründung und Qualität Quedlinburgs, nannte es sich fortan Kayserliches Freyes Weltliches Stift Quedlinburg.
Anlässlich des 1070. Jahrestages der Gründung des Reichsstifts Quedlinburg und des 200. Jahrestages der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches fand vom 16. bis 17. September 2006 im Schlossmuseum Quedlinburg ein Symposium statt. Der Band enthält Beiträge dieser Veranstaltung.

herausgeber

Clemens Bley studierte in Potsdam und Berlin Geschichte, Kunstgeschichte und Politik. Seine Interessenschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Das betrifft insbesondere die Kultur- und Sozialgeschichte v. a. des Adels sowie die Stadt- und Landesgeschichte.

Pressestimmen

»Insgesamt liefert der lesenswerte Tagungsband zahlreiche neue Erkenntnisse, Details und Archivalien zur Quedlinburger Stiftsgeschichte.«
Sachsen-Anhalt. Journal für Natur- und Heimatfreunde, Nr. 4/2009

»Zwar fehlen Orts- und Namensregister, aber der Leser wird entschädigt durch kenntnisreiche Detailstudien. Sie stammen zum Teil aus der Feder renommierter, auf dem Felde der Germania-Sacra-Forschung ausgewiesener Historiker. Die Geschichte von Abtei und Kanonissenstift Quedlinburg wurde in diesem Sammelband für das 15. bis 18. Jahrhundert zum Teil gänzlich überarbeitet und für weitere Forschungen meist zuverlässig aufbereitet.«
Mitteilungen der Residenzen-Kommission der Akademie der Wiossenschaften zu Göttingen, Jg. 20 / Nr. 2, 2010

»Der lesenswerte Tagungsband liefert zahlreiche neue Erkenntnisse, Details und Archivalien zur Quedlinburger Stiftsgeschichte.«
Harz-Zeitschrift, 62. Jahrgang 2011

»Der sorgfältig redigierte Band schlägt insgesamt eine erfreulich breite und gehaltvolle Schneise in bislang verdunkelte Bereiche der Stiftsgeschichte. Er liefert eine Fülle neuer Einzelergebnisse, zieht Bilanz hinsichtlich des erhaltenen Quellenbestandes und offeriert vielfältige Anknüpfungspunkte für künftige Forschungsanstrengungen. Gerechtfertigt als Filetstück des Bandes darf bezeichnet werden der Beitrag von Ute Küppers-Braun zur Zusammensetzung und Funktion des Stiftskapitels sowie zum Aufnahmeverfahren in das Kapitel.«
Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 57 (2011)