Die Chronik des Thietmar von Merseburg

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Verkaufspreis29,90 €

BESCHREIBUNG

Die Chronik des Thietmar von Merseburg

Nach der Übersetzung von J. C. M. Laurent, J. Strebitzki und W. Wattenbach neu übertragen und bearbeitet von Robert Holtzmann
Mit 48 Illustrationen von Klaus F. Messerschmidt

320 Seiten, 29 x 21 cm, geb.
ISBN 978-3-89812-513-0

 

Die Chronik des Merseburger Bischof Thietmar (975-1018) ist eine der herausragendsten Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters

Thietmar von Merseburg (975–1018) war nach seiner Ausbildung im kaiserlichen Stift in Quedlinburg, in Klosterberge und im Magdeburger Domstift ab 1009 Bischof von Merseburg. Von hier aus beschrieb er in seiner berühmten Chronik Ereignisse im Spannungsfeld zwischen ottonischem Königtum und kirchlichem Machtanspruch.
Die Chronik des Thietmar von Merseburg reicht dabei weit über die Geschichte des Bistums Merseburg im 10. und 11. Jahrhundert hinaus. Der Bischof berichtet über die Epoche der ottonischen Könige und Kaiser, von ihren Herrschaftskämpfen und ihren Auseinandersetzungen mit noch nicht christianisierten Völkern. Dabei erzählt er auch von Sitten und Gebräuchen und vom noch immer vorhandenem Aber- und Wunderglauben seiner Zeitgenossen.
Seine persönliche Sicht auf die Ereignisse, Selbstbezichtigungen, Sündenbekenntnisse, Rechtfertigungen und Ansprachen an seine Leser machen Thietmars Chronik auch heute noch zu einem lesenswerten Zeugnis ereignisreicher Jahrzehnte des hohen Mittelalters.

illustrator

Klaus F. Messerschmidt, geb. 1945 in Sangerhausen, Möbeltischler und Holzgestalter, lebt und arbeitet als freier Bildhauer, Maler und Grafiker in Halle (Saale).

Pressestimmen

»Zweispaltig und in gefälligem Druckbild wird der Text Thietmars auf gut 200 Seiten geboten. Ein Register der Orts- und Personnennamen erleichtert die Lektüre. Das eigentlich Neue an der Ausgabe sind jedoch die Illustrationen, mit denen der Hallenser Bildhauer, Zeichner und Grafiker Klaus Friedrich Messerschmidt den Band ausgestattet hat. Auf drei Farbbögen finden sich 48 Illustrationen in verschiedenen Techniken, oft zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion angesiedelt, die weniger Szenen aus der Chronik abbilden als sich vielmehr von einzelnen Textsequenzen inspirieren ließen und – hervorragend reproduziert – ein eindrucksvolles Bild der künstlerischen Vielseitigkeit Messerschmidts bieten. Entstanden ist somit ein wirklich schönes Buch, hervorragend zum Verschenken geeignet, das hoffentlich den einen oder anderen anregen wird, sich mit Thietmar und dem Mittelalter zu beschäftigen.«
Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands, Bd. 55, 2009

Leseprobe

Thietmar von Merseburg: Vorwort

Siegfried, Dich, den die Liebe verbürgenden Rechte des Bruders
An mich fesseln, Dich gehe ich an mit der flehenden Bitte,
Ich, Dein Thietmar, Du wollest dies Werk mit Güte empfangen.
Setze hinzu, was Du willst, und alles Unnötige tilge.
Nicht strahlt hell es hervor in glänzendem Schmucke der Rede,
Schlicht nur geht es einher, und verfolgt nach Ordnung der Zeiten
Leben und Taten der Herrscher, die, sächsischem Stamme entsprossen,
Deutschland lenkten, das Reich, das stolz wie des Libanons Zeder
Raget empor durch sie vor den übrigen Reichen der Erde.
Gründung, Bau und Verluste auch unserer Kirche erzählt es,
Ferner die freudigen Zeiten, des Bistums Wiedererrichtung,
Ebenso sind die Vorsteher alle der Kirche geschildert.
Nicht mir fall’ es zur Last, sind Zweifel und Lücken im Buche:
Ach, mir floß ja so karg die befruchtende Quelle der Zeugen.
Fehler der Unkenntnis wirst, Teuerster, leicht Du verbessern;
Wisse, nie hätt’ ich gewagt, auch nur ein Wörtchen zu schreiben,
Hätt’ ich nicht stets, wie gesagt, auf Dich als Bruder gerechnet.
Und nun bete mit mir aus innigster Fülle des Herzens:
Jesus Christ, Du, der Könige Zier, der Völker Gebieter,
Fördre, o Herr, Dein Reich, samt denen, die es umfasset,
Auf daß Dir, nicht uns, des Ruhmes Glorie werde;
Daß nicht fremder Gewalt die Herde gehorche, die Dein ist.
Ihr aber, Christi Diener, erhebet die Stimme der Andacht!
Möge die Gnade des Herrn sich unserer Sünden erbarmen!
Wahre sie uns vor dem Unheil, obwohl wir dasselbe verdienen,
Das die mahnende Stimme der Seher, die kundig der Zukunft,
Unserer Zeit verhieß, die vielfach (schmerzliche Wahrheit!)
Solche Verkündung bereits bewährte und mehr noch bewährt einst.
Und Du, der Du nach mir den Stab des Hirten empfängest,
Lies dies Buch, so gering es auch ist, mit dem Eifer der Liebe.
Sieh’, es gewährt Dir in Kurzem gar viel, das zu wissen Du wünschest.
Blühender Stil nimmt ein (wohl weiß ich’s!) sämtliche Herzen.
Was hier einzeln zerstreut sich beut, das sammele sorgsam.
Strebe nach Weltruhm nicht, nein, um des höheren Lebens
Gaben bewirb Dich allein, sie mühe Dich ernst zu verdienen.
Denk’, ich bitte Dich, meiner, ich hab’ gar Vieles verschuldet;
Schlechter ja bin ich gewiß als je ein Träger der Insul.
Dir übergebe ich mich, Fürbitte gewähre mir Armen!
Dich, mein Leser, ersuchet um Gunst die Chronik des Thietmar.
Nutze Sie nur tagtäglich, so schwinden Dir Kummer und Langweil.
Ziehe sie vor dem Spiel und anderen eitleren Dingen.
Preise, o Freund, die Gerechten und bete für jeglichen Sünder!