Marquardt, Sven: zukünftig vergangen/future’s past (Vorzugsausgabe)

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Verkaufspreis120,00 €

BESCHREIBUNG

Sven Marquardt
zukünftig vergangen/future’s past
fotografien/photographs 1984–2012
deutsch/englisch

2., erw. Aufl.
144 S., geb., 220 x 270 mm, s/w-Fotografien
ISBN 978-3-95462-030-2

 

Vorzugsausgabe mit einem nummerierten und rückseitig signierten Silbergelatineabzug (jeweils limitiert auf 11 Expl.) auf Barytpapier

Sven Marquardt fotografierte in der DDR die avantgardistischen Modegruppen »ccd« (chic, charmant und dauerhaft) und »Allerleirauh«, später arbeitete er auch für das staatliche Modelabel »Exquisit« und die Mode- und Kulturzeitschrift »Sibylle«. Er war der Jüngste unter den Fotografen, die den Stil der Modefotografie in der DDR entscheidend beeinflussten, wie Arno Fischer, Sibylle Bergemann und Ute Mahler. Doch er musste sich wegen seines punkerhaften Äußeren heimlich außerhalb der Bürozeiten mit dem Taxi in die Redaktion fahren lassen. Heute ist Marquardt ein gefragter Künstler für inszenierte Fotografie mit einer oft märchenhaften Romantik und Melancholie. Sein konsequentes Arbeiten in Schwarzweiß verleiht den mitunter elegischen Gestalten seiner Bilder, in denen oft das Schwarz überwiegt, einen schwungvoll stilisierten Ausdruck von Sinnlichkeit und Morbidität.
Die 2. Aufl. des Bandes, die erste Einzelveröffentlichung mit Fotografien Marquardts, enthält einige neue Bildmotive, die Texte wurden zudem ins Englische übersetzt.

fotograf

Sven Marquardt, geb. 1962 in Ostberlin, arbeitete in der Prenzlauer-Berg-Szene mit Helga Paris, Tina Bara und Jörg Knöfel zusammen. Ende der 1990er Jahre nahm er seine fotografische Arbeit wieder auf. Modeaufnahmen für die Magazine »Qvest« und »Front« sowie Fotoinszenierungen für Levi’s zur Berliner Fashion Week. 2009 beteiligte er sich an den großen Berliner Ausstellungen in Erinnerung an den Mauerfall. Daneben arbeitet er als Türsteher im Berliner Club »Berghain«.

PRESSESTIMMEN

»Marquardt fotografiert bei Tageslicht, schwarzweiß und analog. Das sorgt für eine im digitalen Zeitalter fast vergessene Raumtiefe.«
Zitty Berlin, November 2010


»Als Vertreter der Ost-Berliner Boheme der Vorwendezeit hat Sven Marquardt seinen eigenen Blick auf jene Jahre. Der Verfall von Straßen, Häusern und Moral machte es leicht, Gegenwelten zu erfinden. Seine wurde ein Universum schriller Leute. Die Blicke illusionslos – nur Zärtlichkeit kann sie noch retten. Der Bildband versammelt Fotos aus fast 30 Jahren, wobei klar wird: Die 80er haben Marquardts Ästhetik für immer geprägt.«
Das Magazin, Mai 2010

»Bilder aus dem Schattenreich des Untergrunds. Kein Glamour, keine Model-Couture. Nur fahle nackte Haut und Stoff. Es sind die lustvollen Ansichten einer verschwiegenen Körper-Avantgarde, Fresken einer ungezähmten Szene, die weder das neue noch das alte Berlin verkörpert. Es ist die zeitlos grelle Fotowelt von Sven Marquardt! Berlins angeblich härtester Einlasser ist ein Toulouse-Lautrec der Kamera.«
Berliner Kurier, 4. Juni 2010

»Von seinem provokanten Aussehen und dem Auge fürs Detail lebt Marquardt bis heute. Zum einen als härtester Türsteher der Stadt im ‚Berghain’, zum anderen als Fotograf mit Blick für Bilder, die man nie vergisst. Er zeigt die Spuren der Nacht. Schön und schonungslos. Seine Bilder sind ein zeitloses Zeugnis.«
Bild Berlin, 4. Juni 2010

»Die Arbeiten zeugen von einer schier grenzenlosen Neugierde auf Menschen, wobei Marquardt einen Blick für die besonders spannenden Typen hat.«
Münchner Merkur, 21. Juni 2010


»Die Werkschau mit dem hübschen Titel ist vor allem interessant, weil sie in zwei Teile zerfällt. In der DDR fühlte sich der schwarzweiß Fotografierende vom Exotischen angezogen: Seine Models sind schrill inszeniert. In der wiedervereinigten Republik blieb seine 80er-Jahre-Ästhetik dieselbe, und auch die sinnlichen und herausfordernden, fetischbezogenen Motive unterscheiden sich nicht grundsätzlich von denen der Vorwendezeit. Die Bilder sind hart und von einer vollendeten Strenge, sie sind düsterromantisch und auch dekadent. Sie repräsentieren die dunkle Seite.«
Hamburger Abendblatt, 8. Juli 2010

»Das Morbide und der Hang zu Inszenierungen seiner Schwarz/Weiß-Porträts mag anfangs vom Gefühl des Eingesperrtseins geprägt worden sein, das Verlorene und die in sich Gekehrtheit der letzten Jugend-Generation der DDR spiegelt sich in den traurigen Gesichtern, den trotzig präsentierten Körpern. Doch halt, die Bilder, die Marquardt fünfzehn Jahre später inszeniert, haben ganz ähnliche Augen-Blicke. Stolz, listig, fragend, provozierend, mitunter auch müde schauen die Porträtierten in die Kamera, auf uns. Ihre Körper sind gezeichnet von abenteuerlichen Tattoos, Piercings und exzessivem Fitnessbesuch, durchtanzten Nächten. Leder, Messer, Jesus, Schweiß, Stein, Sarg und Kerze – so könnte man die Accessoires zusammenfassen. Ohne Kunstlicht inszeniert und dokumentiert Marquardt bewusst das Intime, Private von Menschen, die ihm nahestehen oder ihn faszinieren. Menschen aus der Nachtwelt, die ihrem Magier entgegentreten, ihre gezeichnete Oberfläche ins Licht rücken, oder verhüllen. Das wilde Leben der Luststeigerung und ihr Abbild in Schwarz/Weiß, inklusive Hund, Ketten und der Frau Mama – das ist sympathisch wie begrenzt, hier besteht Kult-Verdacht!«
KunstbuchAnzeiger.de, 13. Juli 2010

»Desto länger die Fotos von Sven Marquardt angeschaut werden, desto besser ist zu begreifen, dass jede Pose mehr als Pose ist. In den zugeordneten Posen und den zugehörigen Requisiten versteckt sich der Mensch nicht. Menschen werden entdeckt. Das Sichöffnen der Person gegenüber dem Fotografen ist das Erlebnis, das die Fotografien von Sven Marquardt zu einem Ereignis macht.«
literaturmarkt.info, 21. Juni 2010

Vorzugsausgabe

Motiv 1




Motiv 2