Brademann, Jan: Autonomie und Herrscherkult

PDFDrucken

Verkaufspreis22,00 €

Beschreibung

Jan Brademann 
Autonomie und Herrscherkult
Adventus und Huldigung in Halle (Saale) in Spätmittelalter und Früher Neuzeit aus kulturgeschichtlicher Perspektive 
Studien zur Landesgeschichte, Bd. 14

176 Seiten, geb.
ISBN 978-3-89812-270-2

Erschienen: 2006


Huldigungen als Paradigmen kulturgeschichtlicher Forschung haben spätestens seit den Forschungen André Holensteins Hochkonjunktur. Brademann geht es in seiner Studie um die stadtgeschichtliche Instrumentalisierung dieser komplexen, sich um Leistung des Treueides drehenden Vorgänge zwischen Herrscher und Untertanen – hier beim Amtsantritt des Erzbischofs bzw. Administrators von Magdeburg und den Bürgern der Stadt Halle (Saale). Auf dieser Basis wird die Geschichte der Autonomie der Stadt Halle vom Spätmittelalter bis zum Übergang an Kurbrandenburg – Endpunkt bildet die Huldigung des Großen Kurfürsten 1681 – dargestellt.

AUTOR

Jan Brademann, geb. 1977 in Wolfen. Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Landesgeschichte in Halle und Caen, 2010 Promotion. 2006–2011 am SFB 496 in Münster, 2011–2015 Assistent am Lehrstuhl für Frühe Neuzeit der Universität Bielefeld. Seit 2015 Mitarbeiter im Archiv der Evangelischen Landeskirche in Dessau.

PRESSESTIMMEN

»Jan Brademann hat mit seiner Studie aufschlussreiche Erkenntnisse über Formen und Funktionen der Huldigungsrituale am Beispiel von Halle an der Saale vorgelegt und damit wichtige Ergänzungen zu Forschungen mit ähnlicher Fragestellung über rheinische und süddeutsche Bischofsstädte geleistet. Eine gelungene Studie über die Funktion symbolischer Kommunikation in der Politik, die das Grundproblem einer vormodernen Verfassung in actu (André Holenstein) überaus anschaulich darstellt.«
sehepunkte, 15. Juni 2007

»Die vorliegende Studie leistet über den engeren lokalen Gegenstand der Untersuchung hinaus zweifellos einen wichtigen Beitrag zur Verfassungsgeschichte der Residenz- und Landstädte, deren Erforschung bis heute im Schatten der Reichsstädte steht. Das Untersuchungsbeispiel Halle erweist sich dabei als besonders geeignet, die vielfältigen Wandlungen, aber auch die vom Autor besonders betonten Kontinuitäten zwischen spätem Mittelalter und früher Neuzeit herauszuarbeiten.«
Zeitschrift für historische Forschung, 35. Bd. 2008, H. 2

Inhalt

I. Vorüberlegungen
1. Treue und Heil, Recht und Herrschaft, Disziplinierung und symbolische Kommunikation – Huldigungen und Einzüge als Forschungsgegenstand S. 11
2. Die neuere Kulturgeschichte – methodische Bemerkungen S. 18
3. Spezifikation der Fragestellung und Quellensituation S. 22

II. Ursprung und chronologische Übersicht der hallischen Huldigungen
1. Huldigungen bis ins 15. Jahrhundert S. 26
2. Chronologie der von 1446 bis 1681 S. 32

III. Ausgewählte Huldigungen im politischen Kontext
1. Semiautonome Stadt und geistlicher Stadtherr – die Huldigung des Erzbischofs Friedrich 1446 S. 36
2. Sozialkonflikt und neuer Herrschaftsanspruch – die Huldigung des Erzbischofs Ernst 1476 S. 40
3. Reformatorische Bewegung und katholischer Landesherr – die Huldigung des Erzbischofs Johann Albrecht 1546 S. 44
4. Eine Symbolizität des Umbruchs? Die Huldigung des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen 1547 S. 51
5. Absolutismus und städtische Autonomie – die Huldigung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1681 S. 55

IV. Kontinuität und Wandel von Einzug und Huldigung entlang der Zeitachse
1. Treue, Schutz und Privilegien – der formelle und gedankliche Rahmen S. 64
2. Die symbolisierte Verfassung – rituelles Handeln in der Residenzstadt S. 73

V. Ergebnisse und weiterführende Erwägungen
1. Die „Verfassung in actu“ – fünf stadtgeschichtliche Querschnitte S. 97
2. Ritual, Zeremoniell und Wirklichkeit – stadtgeschichtlich gewonnene Einsichten für die Kulturgeschichte S. 99
3. Repräsentation und Wechselseitigkeit – Huldigungen und Einzüge als Teile der städtischen Verfassungsgeschichte S. 103