Niven, Bill (Hg.): Die Wilhelm Gustloff

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Verkaufspreis9,95 €

BESCHREIBUNG

Bill Niven (Hg.)
Die Wilhelm Gustloff
Geschichte und Erinnerung eines Untergangs

388 S., geb., 148 x 210 mm, zahlr. s/w-Abb.
ISBN 978-3-89812-781-3

 

Neue Einblicke und vertiefendes Wissen über eine der größten Schiffskatastrophen der Weltgeschichte

Über den Untergang des ehemaligen NS-Passagierschiffes »Wilhelm Gustloff« ist in den letzten Jahren viel berichtet worden. Günter Grass’ Novelle »Im Krebsgang« und der Fernsehfilm »Die Gustloff« haben das Thema in die breite Öffentlichkeit gebracht. Ist damit ein Tabu gebrochen? Das neue, von Bill Niven herausgegebene Buch geht der Frage nach, welche Rolle die »Wilhem Gustloff« in der deutschen Erinnerungskultur seit 1945 spielte, es setzt sich sowohl mit der Geschichte vor ihrem Untergang auseinander wie auch mit der Versenkung durch das sowjetische U-Boot S-13 in der Ostsee am 30. Januar 1945 selbst. Darüber hinaus erzählt es Parallelgeschichten wie die der »Cap Arcona«, die im Mai 1945 versenkt wurde, und die der Wilhelm-Gustloff-Stiftung, die im Krieg KZ-Häftlinge ausbeutete. Der Band, der Beiträge britischer, amerikanischer und deutscher Wissenschaftler vereint, offenbart neue Einblicke und vertieft unser Wissen über eine der größten Schiffskatastrophen der Weltgeschichte, die mehr als 9.000 Menschen das Leben kostete.

herausgeber

Bill Niven ist Professor of Contemporary German History (Professor für Zeitgeschichte) an der Nottingham Trent University, England. Er hat mehrere Bücher zum Thema Vergangenheitsbewältigung geschrieben (»Facing the Nazi Past«, 2002; »Das Buchenwaldkind«, 2009) und herausgegeben (»Germans as Victims«, 2006; »Memorialization in Germany since 1945«, zus. mit Chloe Paver, 2010). Er plant zurzeit ein Buch über den Komponisten Richard Wagner und König Ludwig II. von Bayern.

Pressestimmen

»Der vorliegende Sammelband trägt dazu bei, die Leerstellen der ereignisgeschichtlichen Forschung zur Zwangsmigration der Deutschen um 1945 zu vermessen und zu füllen. Der Band von Bill Niven, Professor für deutsche Zeitgeschichte an der Universität Nottingham und Verfasser zahlreicher Studien über die deutsche Erinnerungskultur, fokussiert einen der zentralen bundesrepublikanischen Erinnerungsorte der Zwangsmigration: das im Januar 1945 von einem sowjetischen U-Boot versenkte ›Kraft durch Freude‹-Schiff ›Wilhelm Gustloff‹, auf dem vor der Küste Pommerns Tausende Flüchtlinge zu Tode kamen und das durch Grass’ Novelle Im Krebsgang wieder ins Zentrum des öffentlichen Interesses rückte. Bei Niven stehen ereignis- und erinnerungsgeschichtliche Beiträge nebeneinander. Die ersten drei Aufsätze von Sascha Howind, Bill Niven selbst und Jann M. Witt fokussieren die ereignisgeschichtliche Ebene. Im für die Kontextualisierung wichtigen Aufsatz von Christian Lotz über den Untergang des Schiffs ›Cap Arcona‹ am 3. Mai 1945, werden Ereignis- und Erinnerungsgeschichte kombiniert, wobei die unterschiedlichen Gedenkpraktiken in der Bundesrepublik und der DDR ein weiteres Mal eindrücklich belegt werden. Die übrigen Beiträge des Bandes widmen sich unterschiedlichen Aspekten der Erinnerungs- und Forschungspraxis. Einen Schwerpunkt des Bandes bilden Aufsätze zur Erinnerung des ›Gustloff‹-Untergangs in Literatur und Film. Michael Ennis untersucht kenntnisreich die Filme von Frank Wisbar. Besonders bei den erinnerungskulturellen Beiträgen wirkt die ›Außenperspektive‹ von nicht in Deutschland lebenden – und damit nicht in die erinnerungspolitischen Tagesdebatten eingebundenen – Autoren erfrischend. Der Band stellt einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungsgeschichte der deutschen Zwangsmigration am Ende des Zweiten Weltkriegs dar. Es ist zu hoffen, dass weitere Bausteine folgen, um die Nachgeschichte der Vertreibung eines Tages unter Einbeziehung verflechtungsgeschichtlicher Ansätze und unter Berücksichtigung diverser Akteure schreiben zu können.«
H-Soz-u-Kult, 24. November 2011