Mühlpfordt, Günter: Demokratische Aufklärer I

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Verkaufspreis39,95 €

Beschreibung

Günter Mühlpfordt
Demokratische Aufklärer I
Bahrdt und die Deutsche Union
Mitteldeutsche Aufklärung, Bd. 2

460 S., Br., 148 x 210 mm
ISBN 978-3-95462-230-6

Erschienen: März 2014

 

Der zweite Band der Schriftenreihe »Mitteldeutsche Aufklärung« legt den Fokus auf demokratisch gesinnte Radikalaufklärer in der Zeit zwischen 1649 und 1848, die gegen den »Despotismus« des Absolutismus ankämpften. Da offene Opposition nicht geduldet wurde, mussten sie sich tarnen, ihre Einstellung verhüllen – eine kryptodemokratische Haltung einnehmen. Die im Band geschilderten Kryptodemokraten mitteldeutscher Herkunft und/oder Bildung kommunizierten mit Gesinnungsverwandten in »ganz Europa« und hatten eine weltbürgerlich-menschheitliche Weite des Blickfelds.
Die Hauptgestalt des Bandes ist der revolutionäre Radikaldemokrat Karl Friedrich Bahrdt (1740–1792), Verfechter der Naturrechtslehre und Vorkämpfer der Menschenrechte, die er als Erster zum Buchtitel erhob (Halle 1791). Bahrdt verkündete in seinen Werken das Recht, ja sogar die Pflicht der Völker, die sie unterdrückenden »Despoten« zu stürzen (Leipzig 1791).
Er gründete und leitete zudem den Geheimbund »Deutsche Union«, eine Korrespondenzgesellschaft nach dem Vorbild der Amerikanischen Revolution, mit sichtbarer »Außenseite« (Lesegesellschaften u.a.). Politisches Ideal, Fernziel Bahrdts und seiner Anhänger, war die »FREIE REPUBLIK«, der demokratische Freistaat. Als tätigste Werber für die Deutsche Union werden ihre Propagandisten A. G. Weber, D. Pott, E. G. Baldinger, der »freie Herr« von Knigge und der gelehrte »Sansculotte« A. J. Penzel gewürdigt.

Autor

Prof. Dr. phil. habil. Günter Mühlpfordt (1921–2017), Geschichtsstudium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 1941 Promotion, 1947 baute er das Universitätsinstitut für Osteuropäische Geschichte in Halle auf, 1949/1951 das Universitätsinstitut für Osteuropäische Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin, 1954 wurde er Professor mit Lehrauftrag und Direktor des Instituts; 1956 begründete er das »Jahrbuch für Geschichte Ost- und Mitteleuropas«. Ende der 1950er Jahre wurde er aus politischen Gründen von der Martin-Luther-Universität vertrieben und 1962 mit Berufsverbot belegt. Er lebte als Privatgelehrter und veröffentlichte im Ausland. 1990 erfolgte seine vollständige Rehabilitation. Aufgrund seiner hervorragenden Verdienste um die Erforschung der Geschichte des mitteldeutschen Raumes erhielt er 1999 den Eike-von-Repgow-Preis der Stadt Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Prof. Mühlpfordt war Mitglied der historischen Kommission der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und der Wissenschaftsakademien von Erfurt und Görlitz.