Pečar, A. u.a. (Hg.) Wie pietistisch kann Adel sein?

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Verkaufspreis25,00 €

Beschreibung

Andreas Pečar/Holger Zaunstöck/Thomas Müller-Bahlke (Hg.)
Wie pietistisch kann Adel sein?
Hallescher Pietismus und Reichsadel im 18. Jahrhundert
Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts, Bd. 10

176 S., geb., 155 × 230 mm, s/w-Abb.
ISBN 978-3-95462-703-5

ET: September 2016

 

Die Lebenswelt des Adels war im Barock stark von weltlichen Belangen geprägt. Die Repräsentation des Standes und des Ruhms der Familien verlangte nach Sichtbarkeit. Diese wurde hergestellt durch das Zurschaustellen von Luxus, Pracht, Wehrhaftigkeit und Ehre. Dies scheint mit dem pietistischen Ideal frommer Lebensführung und ständeübergreifender Reform nur schwer vereinbar zu sein. Doch zeigt der Befund aus den Quellen, dass der Hallesche Pietismus auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt, in Mitteldeutschland und auch darüber hinaus intensive Beziehungen zum Adel unterhielt.
Die Beiträge dieses Buches, die aus den Vorträgen des 4. Tages der sachsen-anhaltischen Landesgeschichte 2014 in Halle hervorgegangen sind, fragen danach, ob bzw. inwieweit die Verflechtung von Halleschem Pietismus und insbesondere dem Reichsadel Veränderungen des adligen Standesideals nach sich gezogen hat. Kann man also für das 18. Jahrhundert von der Ausprägung eines pietistischen Adels sprechen?

Inhalt

Holger Zaunstöck: Wie pietistisch kann Adel sein? Hallescher Pietismus, Reichsadel und Landesgeschichte – Einleitung
Mareike Fingerhut-Säck: »… daß die Glückseligkeit vieler andern Menschen zu befördern die besondere Bestimmung und Absicht Ihres Standes ist«. Sophie Charlotte und Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode als Begründer des Pietismus in ihrer Grafschaft
Jan Brademann: Lutherische Opposition und die Herrschaftsambitionen einer Aufsteigerin: Fürstin Gisela Agnes von Anhalt-Köthen (1669–1740) und der Pietismus
Thomas Grunewald: August Hermann Francke und das Haus Reuß: Pietistische Politik in Thüringen?
Holger Trauzettel: »Der Herr Graf von Assenheim hat bisher einen wiedrigen Begriff von Halle und dem Herrn Professor gehabt«. Die Beziehung der Wetterauer Grafen zu A. H. Francke im Spiegel der Reise ins Reich (1717/18)
Wolfgang Breul: »In dem Waldeckischen lande sind itzo 20 Gräfinnen, welche die warheit erkennen und lieben«. August Hermann Francke, die waldeckischen Gräfinnen und die pietistische Reform
Bjorn Schmalz: Bücherschmuggel als Diasporahilfe. Friedrich Heinrich von Seckendorff in Ungarn
Andreas Pečar: Was hatte August Hermann Francke mit einem geächteten Reichsfürsten zu schaffen? Über seine Korrespondenz mit Carl Leopold von Mecklenburg
Jörg Brückner: Quellen zu Adel und Pietismus im Landesarchiv Sachsen-Anhalt

Autoren und Herausgeber
Personen- und Ortsregister

PRESSESTIMMEN

»Als Auftakt zu einer wissenschaftlichen Perspektiven-Erweiterung ist dieser Band 10 der ‚Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts’ als Werk gelungen und darf weiteste Verbreitung beanspruchen, nicht zuletzt als schriftliche Initialzündung für neue akademische Qualifizierungsarbeiten.«
Claus Heinrich Bill, Institut Deutsche Adelsforschung, 30.September 2016