Jeroch, T.: Zwischen Spott und Dämonisierung

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Verkaufspreis16,00 €

Theresa Jeroch
Zwischen Spott und Dämonisierung
Die antijüdische Plastik im Brandenburger Dom
Text und Kunst. Schriften des Domstifts Brandenburg, Bd. 1

Sachbuch

108 S., Br., 140 × 210 mm, Farb- und s/w-Abb.
ISBN 978-3-68948-037-0

ET: Mai 2025


Die sus-et-iudaei-Plastiken (sogenannte „Judensäue“) des ausgehenden Mittelalters beschreiben das Judentum als sündige Absonderlichkeit, die gefährlich ist und Böses will. Sie alle zeigen ein Schwein (sus) sowie als jüdisch gekennzeichnete Figuren (iudaei), die an dessen Zitzen saugen oder anderweitige, zumeist obszöne Handlungen an ihm vollziehen. Die Bildsprache der Plastiken wurde über Jahrhunderte hinweg vielfach rezipiert, wobei sich ein Bedeutungswandel vollzog – vom vorwiegend theologisch begründeten Antijudaismus hin zu einer Schmähdarstellung unverhohlenen Judenhasses.
Das Brandenburger Kapitell, das zwischen 1235 und 1250 entstanden ist, ist eines der frühesten bekannten dieses Themas. Durch den Standort im Kreuzgang des Doms bedingt, war die Plastik nur für die Geistlichkeit sichtbar. Mit einer hybriden Sau – halb Tier, halb Mensch – und der Inschrift bildet sie Spezifika aus, die außergewöhnlich sind. Die Analyse dieser Besonderheiten hilft, das Bildkonzept als Ganzes besser zu verstehen.
Der Band eröffnet die neue Reihe „Text und Kunst. Schriften des Domstifts Brandenburg“ im Mitteldeutschen Verlag, die vom Domstift Brandenburg herausgegeben wird. In der Reihe werden künftig in loser Folge Monografien und Sammelbände mit Bezug zum Brandenburger Dom und seinem Umfeld veröffentlicht werden.


Theresa Jeroch M.A., geb. 1987, studierte Kunstgeschichte und Betriebswirtschaftslehre in Magdeburg, Leipzig und Berlin und ist Redakteurin bei der Zeitschrift „Die Architekt“ vom Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA). Sie promoviert an der FU Berlin zur Nordquerhausfassade des Halberstädter Doms. Seit 2021 ist sie ferne Teil der Arbeitsgruppe zur sus-et-iudaei-Plastik („Judensau“) am Domstift Brandenburg (Havel) und begleitet diese wissenschaftlich.

Das Domstift Brandenburg, gegründet 948 durch Otto den Großen, ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und eine selbständige Einrichtung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Es ist Träger des Doms St. Peter und Paul in Brandenburg. Laut Satzung des Stifts gehört zu seinem Zweck die Förderung der theologischen Wissenschaft, der kirchlichen Kunst, der Kirchenmusik und der kirchlichen Einrichtungen am Dom, insbesondere des Dommuseums, des Domstiftsarchivs und der Bibliothek.