Sperk, Anna: Die Hoffnungsvollen

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Verkaufspreis19,95 €

Beschreibung

Anna Sperk
Die Hoffnungsvollen
Roman

544 S., Br., 135 x 210 mm
ISBN 978-3-95462-750-9

Erschienen: November 2016


Alex will Ethnologin werden, doch das Orchideenfach, in dem am Bedarf vorbei Massen ausgebildet werden, erweist sich als Sackgasse. Dabei hat sie früh gelernt, sich durchzuschlagen. Ein Abrisshaus ist preiswerte Bleibe, Ausgrabungen finanzieren ihr Studium und ihre Forschungen in Sibirien. Männer trudeln durch ihr Leben, bis sie sich für ihr Kind entscheidet. Nun hangelt sie sich von Projekt zu Projekt, während Anträge zum Lottospiel verkommen. Sie wird von Stipendien und Drittmitteln finanziert. Eine unbefristete Stelle ist unerreichbar, und wenn sie ihrer Tochter ein halbwegs normales Leben bieten will, muss sie sich zwischen ihr und der Wissenschaft entscheiden.
Anna Sperk erzählt als Insiderin von der erschreckenden Situation junger Wissenschaftler heute. In einem Kaleidoskop von Einzelfällen zeigt sie die Auswirkungen deutscher Wissenschaftspolitik und die Sehnsucht nach einem erfüllten, selbstbestimmten Leben.

Autorin

Anna Sperk, geboren 1974 in Oelsnitz/Vogtland, ist promovierte Ethnologin und Autorin von zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Derzeit lebt und arbeitet sie in Halle (Saale). Der Roman »Die Hoffnungsvollen« wurde vom Land Sachsen-Anhalt mit einem Autorenstipendium gefördert. Er ist ihr belletristisches Debüt.

Pressestimmen

»Die Geschichte von Alexandra,[...], ist von einer lebensweltlichen Authentizität, die den Erzeugnissen der Gegenwartsliteratur oft genug abgeht.«
Philipp Hartmann, Kreuzer - Leipzig. Subjektiv. Selektiv., Mai 2017

»Ein überzeugendes Debüt.«
Juliane Just, Magdeburger Volksstimme, 25. April 2017

»Anna Sperk will in dem sozialen Bildungsroman die Folgen der deutschen Wissenschaftspolitik mit Beginn der Agenda 2010 aufzeigen.«
Sandra M. Hänel, Freie Presse, 24. März 2017

»Die Geschichte, die sie in dem Roman erzählt, sei nahe an ihrer eigenen dran -  wenngleich verändert und unterhaltsam aufgeschrieben.«
Detlef Färber, Mitteldeutsche Zeitung, 01. Februar 2017

LESERSTIMMEN

»Die Autorin Anna Sperk, selbst promovierte Ethnologin, beleuchtet in ihrem belletristischen Debüt die Situation des akademischen Nachwuchses aus der Innenperspektive und zeigt erschreckend ehrlich den Alltag junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.«
Prof. Dr. Georg Winterberger, ISEK - Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft, Universität Zürich

»Der Text ist detailliert, plastisch und ganz dicht an der Erfahrung. Die treffende Zeichnung von Personen und die genaue Darstellung von sozialen Situationen machen das Buch über große Strecken richtig spannend. Die Geschichte kann als Streben und letztlich systembedingtes Scheitern einer hochbegabten Ethnologin gelesen werden. Auf mich wirkte das Buch jedoch oft eher so, wie es der Titel sagt: hoffnungsvoll.
Das Buch ist aber nicht nur Ethnolog*innen zu empfehlen. Nein, Sperk vermittelt uns Erfahrungen, die für die Lebenssituation junger Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen im deutschen Sprachraum normal sind, obwohl sie alles andere als normal sind. Die wenigsten sind hoffnungslos, aber permanent auf Stellensuche oder als sog. „Mittelbau“ an den Unis notorisch prekär beschäftigt.«
Prof. Dr. Christoph Antweiler, Institut für Orient- und Asienwissenschaften (IOA), Universität Bonn

Interview

Wie viel eigene Erfahrungen stecken in Ihrem Roman »Die Hoffnungsvollen«?
Meine Intention, Literatur zu schreiben, ist, menschliches Verhalten in sozialen Verflechtungen zu spiegeln. Da ich selbst Erfahrenes am besten kenne, kreisen die Themen in meinen Romanen natürlich besonders intensiv um Situationen, an denen ich mindestens beteiligt war. Dabei schreibe ich nicht in Form eines Tagebuches – ein solches führe ich nicht – sondern verpacke Erfahrungen mit Menschen und Ereignissen in fiktiven und realen Geschichten. Oft können dabei der Ort des Geschehens, der Kontext, die beteiligten Personen und/oder die Handlung einer Szene in der Realität weit auseinander gelegen haben.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Jedes Kapitel der Hoffnungsvollen ist eine Auseinandersetzung mit mindestens einer Erfahrung und damit für mich persönlich auch eine Aufarbeitung. Am schwersten fällt das bei Themen, über die man nicht so gern offen redet. Diese Themen nicht unter den Tisch fallen zu lassen, sondern sich ihnen zu stellen, war die Herausforderung einiger Kapitel.

Hat sich Ihre Meinung nach, bereits schon etwas an der Situation für Frauen in der Wissenschaft geändert oder sehen Sie, dass sich gerade etwas ändert?
Nein!

Und was soll folgen?
Die Aufarbeitung fremder und eigener Erfahrungen habe ich in dem Roman »Neben der Wirklichkeit« fortgesetzt, der hoffentlich bald erscheinen wird. Im Fokus steht der persönliche, behördliche und gesellschaftliche Umgang mit einer Krankheit, die in unserer Gesellschaft überproportional mit Vorurteilen belastet ist, der Schizophrenie. Der praktisch nicht existenten Aufklärung über diese Krankheit und über die von ihr Betroffenen, will ich mit diesem Roman etwas entgegensetzen.