Klewin, S./Latotzky, A. (Hg.): Das Gelbe Elend

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Verkaufspreis28,00 €

Silke Klewin/Alexander Latotzky (Hg.)
Das Gelbe Elend
Berichte aus dem Speziallager Bautzen. 1945–1956
Sachbuch

320 S., Br., 135 × 210 mm, s/w-Abb.
ISBN 978-3-68948-142-1

ET: September 2026


Erschütternde Berichte wider das Vergessen
Jahrzehntelang wurde geschwiegen: aus Angst, aus Scham, aus einem Schmerz, der sich kaum in Worte fassen ließ. Erst nach dem Ende der DDR beginnen Überlebende des sowjetischen Speziallagers Bautzen ihre Stimmen zu erheben – und erzählen von einem Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte, das lange im Verborgenen lag.
Mehr als 27.000 Menschen waren im „Gelben Elend“ inhaftiert – oft ohne Gerichtsurteil, ohne Beweise, ausgeliefert einem System aus Willkür, Isolation und Gewalt. Dieses Buch versammelt eindringliche Erinnerungsberichte von Frauen und Männern, die Verhaftung, Haftalltag und das Leben danach schildern. Ihre Geschichten erzählen von Hunger, Krankheit und Hoffnungslosigkeit, aber auch von Mut, Solidarität und dem unbeugsamen Willen zu überleben.
Die persönlichen Zeugnisse machen Geschichte greifbar: Sie zeigen, wie politische Repression das Leben Einzelner zerstört – und wie Erinnerung helfen kann, das Unrecht sichtbar zu machen. Ergänzt durch historische Einordnung, Fotografien und Zeichnungen entsteht ein vielschichtiges Bild des Lageralltags und seiner Folgen.
Dieses Buch ist mehr als eine Sammlung von Berichten. Es ist ein Appell gegen das Vergessen – und eine Mahnung, die Werte von Freiheit, Recht und Menschenwürde zu schützen.


Silke Klewin, geb. 1967, Historikerin; sie leitet seit 1998 die Gedenkstätte Bautzen, die unter dem Dach der Stiftung Sächsische Gedenkstätten arbeitet. Die Gedenkstätte Bautzen erinnert an die Opfer des NS-Regimes, der sowjetischen Besatzungszeit und der SED-Diktatur. Im ehemaligen Stasi-Gefängnis Bautzen II dokumentiert sie die Geschichte politischer Verfolgung und bietet vielfältige Angebote für das historische Lernen.

Alexander Latotzky, geb. 1948 im Speziallager Bautzen als Sohn der Inhaftierten Ursula Hoffmann, die wegen Spionage 1946 von einem SMT zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Seit 2013 Vorsitzender des Bautzen-Komitee e.V. Ziel des Komitees ist die Erforschung und Aufarbeitung der Verbrechen kommunistischer Gewaltherrschaft in den Bautzener Gefängnissen, um die Erinnerung an das Leid der vielen, unschuldigen Opfer zu bewahren.