Franziska Haug, Lukas Betzler und Jonas Haug: „bin weiblich, bin männlich, doppelt"

Veranstaltung

Franziska Haug, Lukas Betzler und Jonas Haug: „bin weiblich, bin männlich, doppelt
Titel:
Franziska Haug, Lukas Betzler und Jonas Haug: „bin weiblich, bin männlich, doppelt"
Wann:
Mi, 15. April 2026, 20:00 Uhr
Wo:
Karl Marx Buchhandlung - Frankfurt am Main
Kategorie:
Lesung und Gespräch

Beschreibung

Die im Band „‘bin weiblich, bin männlich, doppelt‘. Queere DDR-Literatur“ versammelten Beiträge sind ein unvollständiger Versuch, den literarischen Spuren des Nichtidentischen in Geschlecht, Sexualität und Begehren in der Literatur der DDR nachzugehen. „Queer“ beschreibt – wenn auch nachträglich – das, was in Bezug auf Geschlechterfragen in der DDR-Literatur so kostbar und interessant ist: dass sich in ihr eine Sprache der Abweichung, der Spuren und Reste für das Sexuelle, das Begehren und Geschlecht finden lässt. Eine Sprache, die noch keine festen Kategorien und Termini kennt und somit Sexualität von den nichtidentischen Rändern aus erschreibt. Queer sind die Texte auch, weil sie nicht „nur“ die Geschlechtsidentität, die vergeschlechtlichten Rollen und Normen infrage stellen, sondern auch das vermeintlich gegebene Geschlecht brüchig werden lassen.

Neben den FDJ-Poetenseminaren, der Lesbenzeitschrift „frau anders“ und einem Gespräch mit dem Autor Norbert Marohn beschäftigen sich die Artikel des Bandes mit den Autor:innen Irmtraud Morgner, Brigitte Reimann, Christa Wolf, Christa Reinig, Helga Königsdorf, Helga Schütz, Sarah Kirsch, Maxie Wander, Waldtraut Lewin, Christa Kożik, Norbert Marohn, Ronald M. Schernikau, Franz Fühmann und Erich Loest. Diese Liste ist unvollständig und auch nicht als Systematik Queerer DDR-Autor:innen bzw. Queerer DDR-Literatur zu verstehen. Vielmehr ist sie ein erster Vorschlag, Literatur aus der DDR unter queermaterialistischer Perspektive zu betrachten. Queer ist – das wird in allen Beiträgen deutlich – in der hier besprochenen Literatur weniger allein ein inhaltliches Akronym für diverse Sexualitäten, Begehren und Geschlechter. Mehr noch zeigt sich Queeres, ausgehend vom literarischen Material, als ein ästhetisches Verfahren sowie als textuelle erotische Praxis.

Franziska Haug führt in den Band ein, Jonas Haug stellt seine Arbeit zu Brigitte Reimanns Franziska Linkerhand vor und Lukas Betzler spricht über homosexuelles Begehren im Werk Franz Fühmanns. Gemeinsam wollen wir das Verhältnis von Queerness und Sozialismus, Utopie und Alltag, Realismus und Phantastischem uvm. in der Literatur der DDR diskutieren. Anschließend freuen wir uns auf Austausch.


Veranstaltungsort

Standort:
Karl Marx Buchhandlung - Webseite
Straße:
Jordanstr. 11
Postleitzahl:
60486
Stadt:
Frankfurt am Main