Monecke, Uta: Zwischen staatlicher Obrigkeit und bürgerlichem Aufbruch

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Verkaufspreis22,00 €

Beschreibung

Uta Monecke
Zwischen staatlicher Obrigkeit und bürgerlichem Aufbruch
Preußische Zensur und städtische Zensoren in Halle und Naumburg 1816–1848
Forschungen zur hallischen Stadtgeschichte, Bd. 8
Zugl. Diss., Univ. Halle 2003

256 S., geb., 148 x 210 mm
ISBN 978-3-89812-288-7

 

»Die Anfeindungen denen ich bisher wegen Erfüllung der mir als Lokal-Censor obliegenden Pflichten ausgesetzt gewesen bin, haben in mir den Wunsch hervorgerufen, das mir huldreichst anvertraute Amt niederlegen zu dürfen …« (Entlassungsgesuch des Naumburger Lokalzensors Tänzer vom 3. Februar 1844) Der Band skizziert das preußische Pressewesen in der Zeit nach den napoleonischen Kriegen bis zur Revolution von 1848 unter dem Aspekt der Zensur. Anhand einschlägiger Zensurakten werden dessen Bedingungen exemplarisch aufgezeigt. Die Autorin geht dabei nicht nur Fragen zur Entwicklung der Zensur und den gesetzlichen Vorschriften, sondern vor allem zum Zensurpersonal nach.

AUTORIN

Uta Monecke, geb. 1970, Studium der Geschichte und Slawistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Promotion, gegenwärtig an der Leopoldina in Halle tätig.

Pressestimmen

»Das Buch widmet sich den Zensurverhältnissen und dem mit der Zensur befassten Personal in den zur preußischen Provinz Sachsen gehörenden Städten Naumburg und Halle. Auf einer breiten Grundlage an archivalischen Materialien wird das Funktionieren der Zensur über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten sehr anschaulich vorgeführt. In seltener Anschaulichkeit werden die Grundtendenzen des Zensursystems in Preußen, die Presselandschaft und die Zensurpraxis in der preußischen Provinz Sachsen, die Akteure vor Ort in Halle und Naumburg und viele konkrete Zensurfälle vorgeführt. Die Entwicklung einer intensiven Politisierung der Presse über drei Jahrzehnte hinweg dargestellt und dabei die Perspektive der Zensoren analysiert zu haben, ist ein großes Verdienst der Verfasserin. Insgesamt liegt eine materialreiche, gut recherchierte und theoretisch reflektierte Regionalstudie vor, die unser Wissen von den Zensurverhältnissen vor Ort und dem beteiligten Personal, von den Strukturen des Zensurwesens auf den verschiedenen Verwaltungsebenen sowie vom Gang der Entscheidungsprozesse konkretisiert und erweitert.«
Zeitschrift für Thüringische Geschichte 65, 2011

Inhalt

I. Einleitung
1. Thematik S. 11
2. Forschungsstand S. 13
3. Quellenlage S. 19
4. Fragestellung S. 22
5. Ziel, Methode und Aufbau der Arbeit S. 24

II. Grundzüge der preußischen Zensur
1. Zweck der Zensur S. 27
2. Umfang der Zensur S. 29
3. Anforderungsprofil des Zensors S. 32

III. Rechtsunsicherheit und Unterschiede im Zensurwesen (1816–1819)
1. Einleitung S. 34
2. Halle S. 35
3. Naumburg S. 38
4. Fazit und Bewertung der Zensoren S. 51

IV. Etablierung eines flächendeckenden Zensurapparates (1819–1830)
1. Einleitung S. 53
2. Halle S. 61
3. Naumburg S. 70
4. Fazit und Bewertung der Zensoren S. 84

V. Intensivierung der Zensur als Reaktion auf politische Ereignisse (1830–1843)
1. Einleitung S. 86
2. Halle S. 93
3. Naumburg S. 107
4. Fazit und Bewertung der Zensoren S. 120

VI. Zunehmende Spannungen bei der lokalen Zensur (1843–1848)
1. Einleitung S. 123
2. Halle S. 133
3. Naumburg S. 160
4. Fazit und Bewertung der Zensoren S. 184

VII. Zusammenfassung der Ergebnisse S. 186

VIII. Ohne Fesseln der Zensur – das Zeitungswesen während der Revolution 1848/49 im Regierungsbezirk Merseburg S. 194